Gerüst für Fassadenarbeiten.
Welches Gerüst passt für Putz, Anstrich oder WDVS-Dämmung? Anforderungen, Lastklassen, Kosten und Witterungsschutz — Schritt für Schritt erklärt für Bauherren.
Was muss das Gerüst können?
Für die meisten Wohngebäude reicht ein klassisches Standgerüst der Lastklasse 3 mit Breitenklasse W06. Diese Spezifikation passt für Maler, Putzer und WDVS-Aufbringer gleichermaßen.
Welche Lastklasse für welche Arbeit?
| Lastklasse | Belastung | Entspricht | Typische Arbeit |
|---|---|---|---|
| Klasse 1 | 0,75 kN/m² | 75 kg/m² | Reine Inspektion, Kontrolle |
| Klasse 2 | 1,5 kN/m² | 150 kg/m² | Maler, leichte Reparaturen |
| Klasse 3 | 2,0 kN/m² | 200 kg/m² | Fassadenmaler, Putzer, WDVS — Standard |
| Klasse 4 | 3,0 kN/m² | 300 kg/m² | Maurer, Dachdecker mit Material |
| Klasse 5 | 4,5 kN/m² | 450 kg/m² | Maurerarbeiten, Stein-/Klinkerverkleidung |
| Klasse 6 | 6,0 kN/m² | 600 kg/m² | Schwerer Steinbau, Industrie |
Quelle: DIN EN 12811-1. Lastklasse 3 ist Standard für Fassadenmaler und Putzer.
Wenn das Standgerüst nicht reicht.
Bodengestützt, modular. Das Standardgerüst für 95 % aller Fassadenarbeiten am Wohngebäude.
Wird von oben abgehängt — meist über Dachbalken oder spezielle Auslegerkonstruktionen.
Auslegergerüst, das an der Fassade befestigt wird. Geeignet bei beengten Verhältnissen am Boden.
Innen-/Außengerüst für Treppenhäuser mit höhenversetzten Belägen je Podest.
Diagonal an der Fassade laufender Aufzug für Mörtel, Ziegel, Dämmplatten — spart enorm Zeit.
Was kostet das Fassadengerüst?
| Projekt | Fläche | Kosten | Hinweis |
|---|---|---|---|
| EFH einseitig (Front) | ~50–80 m² | €500–1.200 | 4 Wochen Standmiete inkl. Auf-/Abbau |
| EFH rundum | ~150–220 m² | €1.000–2.500 | Standardfall Fassadenanstrich |
| EFH + Witterungsplane | ~150–220 m² | €1.300–3.000 | für Putzarbeiten / Sandstrahlen |
| Doppelhaushälfte | ~80–120 m² | €700–1.700 | Brandwand-Seite oft entfällt |
| MFH 3-stöckig (rundum) | ~300–450 m² | €1.800–4.500 | inkl. Sicherheitsnetz, Verankerung |
| EFH + Schrägaufzug WDVS | ~150–220 m² | €2.500–4.000 | Materialaufzug + Plane für Dämmung |
Alle Preise inkl. MwSt., 4 Wochen Standmiete, Aufbau und Abbau enthalten. Regional ±25 %.
Wann brauche ich Plane oder Folie?
Häufige Fragen zu Fassadengerüsten.
Welche Lastklasse brauche ich für meine Fassadenarbeiten?
Für Maler-, Putz- und WDVS-Arbeiten genügt Lastklasse 3 (200 kg/m²) — das ist Standard und in 95 % der Aufträge richtig. Bei Klinker- oder Stein-Verkleidung wählen Sie Lastklasse 4–5. Reine Inspektion oder Reinigung läuft auch über Klasse 2. Lastklasse 6 ist Industriestandard.
Was kostet ein Fassadengerüst für ein Einfamilienhaus?
Ein typisches Fassadengerüst rund um ein EFH (150–220 m² Gerüstfläche) kostet €1.000–2.500 für 4 Wochen, inklusive Auf- und Abbau. Mit Schutzplane für Putzarbeiten kommen €200–400 dazu. Bei nur einer Fassadenseite halbiert sich der Preis ungefähr.
Wann brauche ich eine Schutzplane?
Pflicht ist die Plane bei Putz-, Spachtel- und Sandstrahlarbeiten — sonst werden Nachbarwände, Autos und Pflanzen verschmutzt. Bei reinen Malerarbeiten reicht meist ein Schutznetz. Bei Schadstoffsanierung (Asbest) ist eine vollständige Einhausung nach TRGS 519 vorgeschrieben.
Wie wird das Gerüst an der Fassade verankert?
Standardmäßig mit Dübeln und Ringschrauben in der tragenden Wand, in einem Raster von 4 m vertikal und 8 m horizontal. Bei WDVS-Fassaden werden spezielle Verankerungshülsen gesetzt, die später ausgeschäumt und überputzt werden. Der Gerüstbauer berechnet die Anzahl nach Statik.
Was ist der Unterschied zwischen Breitenklasse W06 und W09?
Die Breitenklasse beschreibt die nutzbare Belagsbreite. W06 (60–90 cm) ist Standard für Maler und Putzer — eine Person plus Eimer und Werkzeug. W09 (über 90 cm) wird gewählt, wenn zwei Personen gleichzeitig arbeiten oder größere Mengen Material gelagert werden (z. B. Dämmplatten, Klinker).
Lohnt sich ein Schrägaufzug fürs WDVS-Gerüst?
Bei Wärmedämm-Verbundsystem fast immer. Ein Aufzug spart 30–50 % der Materialhandling-Zeit, da Dämmplatten, Mörtel und Eimer nicht mehr getragen werden müssen. Mietkosten €80–150 pro Tag amortisieren sich oft schon ab €600 Lohnkosten je Etage.
Kann ich das Gerüst auch im Winter nutzen?
Ja, mit Wetterschutzplane und ggf. Bauheizung. Die Plane schützt Gerüst und Fassade vor Wind, Regen und Frost. Bei Putzarbeiten unter 5 °C ist eine Heizung zwingend, da Mörtel und Putz sonst nicht abbinden. Mehrkosten gegenüber Sommerarbeit: €400–800 plus Heiztechnik.
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